Startup-Kultur

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Startups. In Deutschland vor allem eine Geschichte über Innovationskraft und Gründungsfreudigkeit auf der einen Seite, vom Verlassen und Auswandern auf der anderen Seite. Ein hervorragendes Ökosystem bestehend aus der Nähe zu Universitäten, guten Startup-Netzwerken und sich vermehrenden politischen Initiativen ist ein fruchtbarer Boden für angehende Gründer und Gründerinnen und gerade in diesem Jahr hat sich dies bemerkbar gemacht. 20 Business Unicorns (Startups mit einer Bewertung von mehr als 1 Mrd. Dollar) sind es mittlerweile in Deutschland, Tendenz steigend. Dabei sind es vor allem Startups im Technologie- und Softwarebereich (besonders Cloud Computing) die große Investitionssummen erhalten. Erfreulicherweise ist zu beobachten, dass die Investitionssummen in (Software-)Startups aus Deutschland, Frankreich und Israel stärker wachsen, auch wenn die absoluten Investitionssummen noch deutlich geringer sind. Guckt man in aktuelle Statistiken sieht man deutlich, dass die meisten Gründungen (über die Hälfte aller Gründungen) zunächst mit Eigenkapital gründen. Mit Abstand folgen die Finanzierungen über Business Angel oder externes Risikokapital (VC). Doch in den meisten Fällen reicht das Eigenkapital nur für die erste Finanzierungsrunde, für die folgenden Runden sind Gründerteams in der Regel auf externes Kapital, in der Regel VC angewiesen. Dieses kommt oft von inländischen Investoren oder Investmentgesellschaften, da diese zumeist neben dem Kapital auch ein Netzwerk und Kontakte bereitstellen und so ein doppelter Vorteil gegeben ist. In den letzten Jahren hat sich allerdings ein neuer Trend offenbart: immer mehr ausländische Investoren investieren große Summen in deutsche Startups. Zunächst vor allem als gute Alternative für die Startups, welche in ausländische Märkte expandieren geplant haben, findet die Expansion mittlerweile bedingt durch ausländisches Kapital statt. Bekanntestes Beispiel sind die deutschen Startups BioNTech und CureVac. Beide sind mittlerweile an der US-amerikanischen Börse Nasdaq gelistet. Die Gründe dafür sind sicherlich vielschichtig, primär liegt es jedoch an der höheren Effizienz deutscher Startups, vor allem im Vergleich zu jenen aus den USA. Anders ausgedrückt: aktuell sind deutsche Startups für Investoren lukrativer. Dies spricht sicherlich für die deutsche Startup-Kultur und kann einen zurecht mit Stolz erfüllen. Doch wäre es nicht noch viel besser, wenn wir diese erfolgreichen Unternehmen hier halten können? Wenn wir Unternehmen, welche die Zukunft prägen können und mit innovativen Ideen das künftige Leben gestalten wollen, Anreize geben, dies von hier aus zu tun? Wenn wir Menschen, welche oft rund um die Uhr für ihre Vision arbeiten, wertschätzen, fördern und als Vorbilder sehen? Mittlerweile von der Bundesregierung ein Fördertopf über 10 Mrd. Euro errichtet welcher in den nächsten Jahren auf bis zu 30 Mrd. Euro wachsen soll. Doch dies wird nicht genug sein, wie es aus einigen Richtungen heißt. Und wie heißt es so schön: Geld ist nicht alles. Sicherlich, gerade beim Thema Gründungen ist Geld eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Doch es geht darüber hinaus: das Mindset muss ebenfalls stimmen, und zwar auf zwei verschiedenen Ebenen: Gesellschaftlich muss das Mindset ausgebildet werden, dass Gründer und Gründerinnen mit ihren Ideen und Visionen essenziell für unsere Zukunft sind und dementsprechend gefördert und wertgeschätzt werden müssen. Auf der anderen Seite muss darauf geachtet werden, dass in heranwachsenden Menschen ein „Gründer Mindset“ ausgebildet werden muss. Das heißt vor allem Durchhaltevermögen, Begeisterungsfähigkeit, Leistungsbereitschaft und visionärer Realismus. Diese übergreifenden Persönlichkeitsmerkmale prädestinieren dazu, die notwendigen Fähigkeiten für eine Gründungsunternehmung zu erwerben. Das sind vor allem die notwendigen Fach- und Digitalkenntnisse sowie gewisse Managementfähigkeiten. Die Kombination aus Mindset, Fähigkeiten und ein korrespondierendes Ökosystem bieten optimale Voraussetzungen für eine Gründung.

In diesem Sinne: unterstützt Gründer und Gründerinnen, signalisiert Wertschätzung und gebt euer bestes, in jungen Menschen den Gedanken zu platzieren, dass eine Unternehmensgründung eine valide Option für ihre berufliche Zukunft ist.

 

LG und bis zum nächsten Mal,

Leon


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