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Soziale Ungleichheit und der Zugang zu Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit Soziale Ungleichheit

Im Jahr 2020 besaßen die reichsten 1,1% der Weltbevölkerung 45,8% des globalen Vermögens. Umgekehrt besaßen der weniger wohlhabende Teil der Bevölkerung (55%) nur 1,3% des weltweiten Vermögens. Dies ist sicherlich eines der Paradebeispiele für soziale Ungleichheit. Soziale Ungleichheit beschreibt allgemein den Zustand, wenn Menschen aus gesellschaftlichen Gründen über bestimmte Ressourcen, Zugang zu diesen Ressourcen oder auch Lebensbedingungen unterschiedlich gut verfügen. Aufgrund dieses, relativ überdauernden Zustandes haben sie außerdem kontinuierlich bessere oder schlechtere Lebens- und Verwirklichungschancen. Der Zustand sozialer Ungleichheit in Gesellschaften ist dabei kein Phänomen, welches sich erst in den letzten Jahren entwickelt und drückt auch keinerlei Wertung aus. Genau genommen, ist unsere Gesellschaft seit jeher von sozialer Ungleichheit geprägt. Im Mittelalter bestimmte z.B. die Geburt über die Zugehörigkeit zu einem Stand. Mit diesem Stand waren direkt Privilegien und Verpflichtungen sowie Lebensstandards verbunden. Und auch in den Jahrhunderten davor und danach, gab und gibt es soziale Gruppen und Milieus mit unterschiedlicher Ressourcenverfügbarkeit. Was hat sich nun geändert, dass das Thema soziale Ungleichheit an Bedeutung gewonnen und sich unser Gerechtigkeitsempfinden geändert hat. In den meisten Fällen sprechen wir nicht mehr über soziale Ungleichheit, sondern bringen eine Wertung mit ein, reden also über soziale Gerechtigkeit. An dieser Stelle soll es jedoch primär um soziale Ungleichheit gehen, vor allem im Kontext unserer heutigen Konsumgesellschaft (auch dieses negativ behaftete Wort wird in diesem Kontext wertfrei betrachtet). Fast direkt mit der Ressourcenverfügbarkeit ist das Konsumverhalten verknüpft. Das heißt, neben Ressourcen, Wertvorstellungen und Lebenseinstellungen ist auch das Konsumverhalten ein Merkmal sozialer Milieus. Frei nach dem Motto: sag mir was du kaufst, und sich sage dir, wozu du gehörst. Dabei ist auch das Konsumverhalten von bestimmten Einstellungen geprägt, z.B. wird der Nachhaltigkeit beim Kauf von Produkten ein unterschiedlich hoher Stellenwert beigemessen. Aber warum ist das so? Die Antwort auf diese Frage ist nicht so einfach und kann auf vielerlei Ebenen beantwortet werden. An dieser Stelle wird sich auf die Rolle und Möglichkeiten der Anbieter fokussiert, da wir, wenn wir die Frage allumfassend beantworten möchten, vermutlich von einer Block-Reihe auf eine Buchreihe umschwenken müssten.

Ein Grund für den unterschiedlichen Stellenwert von Nachhaltigkeit im Konsumverhalten verschiedener sozialer Gruppen ist sicherlich die Preisgestaltung von nachhaltigen Produkten, seien es Lebensmittel, Bekleidung, etc. In den meisten Fällen sind die nachhaltigen Varianten teurer. Das kann mehrere Gründe haben. Zum einen sind die Produktions- und Entwicklungskosten in der Regel höher. Fairere Löhne in allen Teilen der Produktionskette und Rohstoffe denen Zeit für natürliches Wachstum gegeben wird sorgen für einen höheren „Grundpreis“ der Produkte. Dies treibt den Preis nach oben, schon bevor die Produkte im Lager zum Verkauf bereitstehen. Hinzukommen Logistikkosten (falls die Produkte importiert werden), der übliche Gewinnaufschlag für den Händler sowie Steuern (vereinfacht ausgedrückt). Da wir in der Zukunft nicht um nachhaltig gewonnene Produkte herumkommen werden, wird voraussichtlich einiges teurer werden. Für soziale Gruppen mit geringen finanziellen Ressourcen ein Problem.

Ein weiterer Aspekt der Konsumgesellschaft ist die Gewinnmaximierung. In den meisten Fällen wird versucht aus einem Produkt den meisten Gewinn herauszuholen – unternehmerisches Denken der „alten Schule“. Nun ist es so, dass nachhaltige Produkte in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Nachhaltigkeit ist „in“. Das führt dazu, dass Unternehmen die Gelegenheit haben, begehrte, nachhaltige Produkte teurer zu machen und den eigenen Profit zu erhöhen. Dies erhöht die Eintrittsbarrieren in einen nachhaltigen Konsum massiv. Das wirft die Frage auf, ob Gewinnmaximierung und nachhaltiger Konsum vereinbar sind. Oder ist es an der Zeit, auf Gewinne zu verzichten, um allen Menschen die Möglichkeit zu geben, Produkte zu erwerben, die unseren Planeten schonen und künftiges Leben ermöglichen? An dieser Stelle soll kein Plädoyer für eine antikapitalistische Gesellschaft gehalten. Sondern vielmehr dazu angeregt werden darüber nachzudenken, wie das eigene Handeln sich auf das Leben künftiger Generationen auswirkt. Und wie wir in Zukunft Leben hängt nun mal auch davon ab, wie sich unser Konsumverhalten entwickelt. Selbstverständlich kann argumentiert werden, dass sich die Wirtschaft an den Verbrauchern orientiert und solange das Konsumverhalten nicht geändert wird, sich die Unternehmen nicht ändern. Aber vielleicht ist es auch an der Zeit, dass sich genau dieses Denken ändert. Das die Unternehmen ihre „manipulierenden Fähigkeiten“ nutzen, die Konsumenten zu nachhaltigen Produkten zu „schubsen“, die Eintrittsbarrieren zu reduzieren und das eigene unternehmerische Denken an eine neue, nachhaltige Zukunft auszurichten.

Wie steht ihr zu diesem Thema? Lasst es uns gerne wissen!

LG

Leon

 


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