Nachhaltige Bildung

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen – „17 Ziele für die nachhaltige Entwicklung – [ein] globaler Plan zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands und zum Schutz unseres Planetens“. Zu diesen 17 Zielen zählen zum Beispiel die Bekämpfung von Armut, von Hunger sowie Maßnahmen zum Klimaschutz. Das Ziel Nummer vier thematisiert Bildung und wird wie folgt beschrieben: „Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern“. Doch warum ist Bildung eigentlich so wichtig? Vereinfacht gesagt: Bildung ermöglicht es, innovative Lösungen für (globale) Probleme zu lösen und ich denke wir sind uns einig, dass es aktuell einige globale Probleme zu lösen gilt. Und um dieses Ziel Nummer vier, das Thema Bildung, soll es in diesem Block gehen und von unterschiedlichen Seiten beleuchtet werden.
Wie die meisten von Euch wahrscheinlich wissen, gibt es in Deutschland die Schulpflicht. Seit knapp 200 Jahren existiert diese und verpflichtet Kinder vom 6. Bis 18. Lebensjahr die Schule zu besuchen. Neben der Schulpflicht gibt es aber auch ein Recht auf Bildung. In der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 heißt es in Artikel 26: „Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung“. Vor allem in unserer westlichen Hemisphäre können wir dieses Recht in den allermeisten Fällen auch wahrnehmen. Grundschule, weiterführende Schule und im Anschluss eine Berufsausbildung oder Studium ist prinzipiell für alle möglich (ohne zu berücksichtigen, dass für einige Bildungsmöglichkeiten Zulassungsbeschränkungen existieren, die eventuell verhindern, dass die gewünschte Bildungsrichtung eingeschlagen werden kann). Durch Konzepte wie z.B. BAföG ist es auch Personen mit wenig finanziellen Mitteln möglich, Zugang zu Bildung zu erhalten. Auch spielt z.B. das Geschlecht keine Rolle, wenn es um die Möglichkeit der schulischen Bildung geht.


Doch nicht überall auf der Welt ist der Zugang zu Bildung so einfach wie bei uns. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind weltweit aktuell 256 Millionen Kindern im Grundschulalter nicht in der Schule. Dies betrifft vor allem Kinder in afrikanischen Ländern oder im nahen Osten. Gründe dafür gibt es viele, z.B. die geographische Verfügbarkeit von Bildungseinrichtungen, nicht genug Bildungseinrichtungen oder auch die Notwendigkeit für Kinder schon im jungen Alter zu arbeiten, um die Familie zu unterstützen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele Initiativen und Kampagnen, um Bildung zu ermöglichen. „Schulen für Afrika“ ist eine Aktion von Unicef mit dem Ziel, Kinder in Afrika mit nachhaltiger Bildung zu versorgen. Über 30 Millionen Kinder in 21 Ländern konnten bereits erreicht werden. Eine kurze Recherche zeigt die Vielzahl von Stiftungen, Organisation und Projekten, die sich für ähnliche Ziele einsetzen – eine tolle Entwicklung. Und ein weiterer positiver Trend zeigt sich: das Geschlechterverhältnis in Grundschulen wird immer ausgeglichener, Jungen und Mädchen können gleichermaßen schulische Bildung wahrnehmen.
Betrachtet man jedoch Bildung im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter zeigt sich jedoch ein anderes Bild – global gesehen haben deutlich mehr Männer Zugang zu höherer Bildung. Vor allem durch kulturelle Gegebenheiten und religiöse Gebote wird Frauen der Zugang zu Bildung entweder erschwert oder sogar komplett verboten. Einer der drastischsten Beispiele ist in Afghanistan zu beobachten: in den Zeiten, in denen die Taliban die Kontrolle hatten, war Frauen Bildung verboten. Betrachtet man die Entwicklungen des letzten halben Jahres, gibt es genug Gründe zur Sorge, dass dies wieder der Fall sein wird und die Bemühungen der letzten Jahre, Frauen Bildung zu ermöglichen, zunichte gemacht werden. Glücklicherweise gibt es viele starke Stimmen, die sich gegen diese Unterdrückung wehren, ankämpfen und ihr Recht auf Bildung wahrnehmen möchten und nicht durch radikal religiöse Vereinigungen unterdrückt werden.
Dieses Phänomen, trotz gewalttätigen Gruppierungen und deren Gebote, Bildungsmöglichkeiten aufzusuchen, ist sicherlich auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zwei davon möchte ich an dieser Stelle einmal hervorheben: zum einen zeigt sich, dass das Streben nach und der Kampf für Gleichberechtigung weiter fortschreitet und sich auch in diesen Ländern auf den Bildungssektor ausweitet, zum anderen ist dies ein Zeichen der gestärkten intrinsischen Lernmotivation. Viele Studien zeigen, dass für die Generationen der Millenials und jünger, Lernen eine hohe Priorität hat. Dabei geht es zum einen zu selbstbestimmtes Lernen und zum anderen um lebenslanges Lernen. Das heißt, Lernen hört nicht mit der Schule/Ausbildung/Uni auf, sondern es wird danach gestrebt, auch während des Berufslebens kontinuierlich zu Lernen, allerdings unter eigenen Bedingungen. Flexible Medien, Orte, Inhalte adaptiert an persönliche Interessen sind nur ein paar Merkmale, die das Lernen von Morgen prägen werden. Dazu kommt, dass nach neuesten Studien, die hälfte der aktuell notwendigen Fähigkeiten für Jobs in fünf Jahren obsolet sein werden. Es ist also auch notwendig, dass wir Lernen möchten. Und es liegt in der Verantwortung von Bildungseinrichtungen und Unternehmen, Lernen so zu gestalten, dass es den Anforderungen der Lernenden, aber auch der Zeit entspricht. Und nur wenn das erreicht wird, dass Lernen so gestaltet wird, dass es allen Anforderungen entspricht und gleichzeitig bestmöglich angewandt werden kann, hat Lernen und Bildung eine nachhaltige Wirkung und es können Innovationen entstehen, die globale Probleme lösen.

LG und bis zum nächsten Mal
Euer Leon


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