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Identität durch Konsumverhalten

Bewusstsein Konsumverhalten Nachhaltigkeit

Samstag Vormittag. Erstmal ausschlafen und dann Richtung Stadt ein bisschen shoppen. Das artet wieder aus, so dass sich mit viel zu vielen Taschen abgeschleppt werden muss.
Die Alternative: entspannt aufs Sofa setzen, Laptop raus holen und den Warenkorb diverser Online Versandhäuser füllen. Dann warten bis die Bestellung ankommt, Anprobe-Session, mehr als geplant behalten und den Rest wieder zurück schicken.
Zwei karikierte Szenarien welche die meisten von uns kennen. Sei es aus persönlicher Erfahrung, weil wir Personen kennen die sich gelegentlich so verhalten oder sei es aus Erzählungen. Zwei Szenarien - ein übergeordnetes Verhaltensmuster: massiver Konsum. Ein Verhalten, welches jedoch nur Menschen mit den Privilegien ausreichender Ressourcen vorbehalten ist. An dieser Stelle sollen nicht diejenigen Menschen angeprangert werden, die zwei Mal im Jahr einen größeren Einkauf an Bekleidung tätigen und dabei sich eventuell noch etwas gönnen, was nicht zwingend notwendig gewesen wäre. Vielmehr soll es darum gehen, dass es für viele Menschen zur Normalität geworden ist, sehr regelmäßig neue Bekleidung zu erwerben die nicht zwingend notwendig ist und im dann oft nur ein bis zwei Mal getragen wird und Platz im Schrank wegnimmt.
Wie im letzten Block zu sozialer Ungleichheit angesprochen, lassen sich soziale Gruppen u.a. durch die Verfügbarkeit von (materiellen und finanziellen) Ressourcen, aber auch das Konsumverhalten und die Einstellung zu Konsum charakterisieren. Über das soziale Milieu welches durch eine hohe Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen gekennzeichnet ist und für dessen Mitglieder der Erwerb von insbesondere Bekleidung (aber auch anderen Konsumgütern, die an dieser Stelle jedoch außen vorgelassen werden) in Menge und Preis ein Statussymbol ist wodurch sich definiert werden kann, soll heute diskutiert werden. Oftmals spielt die Herkunft der Kleidung und der Impact auf unsere Umwelt eine untergeordnete Rolle, die Marke, Menge und Preis der Kleidungsstücke sind der entscheidende Faktor. Im letzten Block zu sozialer Ungleichheit habe ich den Gedanken aufgeworfen, dass es in der Verantwortung der Unternehmen liegen könnte, Konsumenten zu einem nachhaltigen Kaufverhalten zu bewegen. Unter nachhaltigem Kaufverhalten verstehen wir den Erwerb von Kleidung basierend auf akutem Bedarf und unter Berücksichtigung von Produktionsbedingungen und verwendeten Rohstoffen. Das also z.B. nicht aus Spaß drei fast fashion T-Shirts für je 10€ erworben werden die nach 2 Mal Waschen ausgeblichen und nach 2 Monaten kaputt sind, sondern bei Bedarf ein qualitativ hochwertiges T-Shirt für u.U. 35€ erworben wird, welches unter fairen Produktionsbedingungen und der Verwendung ökologischer, nachhaltiger und umweltschonender Rohstoffe hergestellt wurde.
Auf Instagram haben wir euch gefragt, wen ihr in der Verantwortung für nachhaltiges Konsumverhalten seht. Und interessanter Weise sehen 83% von euch den Konsumenten in der Verantwortung. Das bedeutet, dass sich das Individuum alleine oder in einer Gruppe dazu entschließt, dem Faktor Nachhaltigkeit in Bezug auf Fashion nicht nur eine hohe Bedeutung beizumessen, sondern als wichtigste Entscheidungsgröße zu bewerten. Angeregt durch Influencer oder andere Menschen und Organisationen mit großer Reichweite entsteht die intrinsische Motivation, den Faktor Nachhaltigkeit in das Konsumverhalten zu integrieren. Das hat jedoch wiederum zur Folge, das sich eine wichtige Determinante der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe ändert. Wird diese Veränderung in einem gesamten Milieu getroffen, ändern sich zwar die Werte des Milieus und es findet eine Verschiebung statt, die Zugehörigkeit als Individuum zur Gruppe bleibt jedoch bestehen. Ändert jedoch nur ein Individuum die Einstellung zum Konsumverhalten, stellt sich schnell die Frage zur Zugehörigkeit. Je nach Stellenwert des Konsums in der Gruppe kann unter Umständen eine Form der Identitätskrise entstehen. Welcher Gruppe fühle ich mich als Individuum zugehörig und teilt diese Gruppe auch meine anderen Werte? Dies kann durchaus als Barriere gesehen, dass Konsumverhalten zu ändern. Eine Situation in der diese Barriere nicht entsteht ist die, dass ein nachhaltiger Lebensstil die entscheidende Determinante zur Milieuzugehörigkeit ist und sich dann auch das Konsumverhalten auswirkt. Ist dies jedoch nicht der Fall, stehen einem nachhaltigen Konsumverhalten oftmals psychologische, aber auch ökonomische Barrieren im Weg. Um diese Barrieren zu überwinden sehe ich zwei hauptsächliche Möglichkeiten (Mal abgesehen von vielen kleinen): zum einen eine gesamtgesellschaftliche Änderung des Stellenwerts des Konsumverhaltens in der Gesellschaft. Weg vom Konsum als Statussymbol sondern als Mittel einen Beitrag zur Zukunft unseres Planeten zu leisten. Selbstverständlich kann auch dies wiederum als Statussymbol gesehen werden. Wer leistet den größten Beitrag zur Umwelt und Zukunft. Da auf der Ebene des Konsums dies jedoch bedeutet, nicht nur besser, sondern auch weniger zu kaufen, kann ich persönlich mit der Verschiebung des Statussymbols in diese Richtung gut leben (mehr zu diesem Thema in einem künftigen Block Beitrag).
Die andere Möglichkeit wurde bereits angesprochen: unternehmerischen Denken zu ändern und durch Preis- und Angebotsstruktur allen Menschen den Zugang zu nachhaltiger Bekleidung zu ermöglichen und auf diese Weise die Eintrittsbarrieren reduzieren.
Insgesamt ist es aber vermutlich wie bei allem: die richtige Mischung ist entscheidend. Und bei aller Unterstützung durch Unternehmen und Politik, und da habt ihr natürlich Recht, liegt es in der Verantwortung und Entscheidungsgewalt eines jeden einzelnen von uns, seinen Beitrag zur Leisten um künftigen Generationen ein Leben auf unserem Planeten zu ermöglichen.
LG und bis zum nächsten Mal,
Leon

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