Holz

Holz Nachhaltigkeit Natur

In Zeiten, wo Borkenkäfer unsere Nadelwälder zerstören, wir massiv Holz nach China exportieren, auf den hiesigen Baustellen das Holz fehlt und die Holzpreise durch die Decke gehen, scheint etwas nicht in Ordnung zu sein.

In dem letzten Jahrhundert ist insbesondere in Deutschland der Rohstoff Holz ein stark nachgefragter Rohstoff gewesen, bereits in den Weltkriegen wurde dadurch enorme Flächen gerodet. Damals hat man sich für die vermeintlich einfache und schnellere Methode entschieden, diese Flächen in Monokulturen mit zumeist Nadelhölzern wieder aufzuforsten. Nadelhölzer wachsen relativ schnell und geben später ein gutes, wenn auch nicht sehr hochwertiges Holz ab. Problem bei Monokulturen ist, dass sich dadurch der gesamte Lebensraum in diesem Biotop ändert und somit unnatürliche Stärken und Schwächen innerhalb der Kultur und deren Randzonen entstehen. Dieses Ungleichgewicht gibt Krankheiten und Parasiten einen enormen Vorteil, da zahlreiche Wirte zur Verfügung stehen und mögliche Feinde aufgrund der monolithischen Struktur nicht wirklich vorhanden sind.

Hier ist ein gutes Beispiel der Borkenkäfer. Der Borkenkäfer ist ein Parasit, der vorwiegend geschwächte Nadelbäume befällt. Er bohrt sich bei diesen in den Spalt zwischen Borke und Holz und nistet sich dort ein, über die Wunde trocknet der Baum aus. Geschwächt sind derzeit alle Bäume, aufgrund der enorm trockenen Sommer der letzten Jahre haben die Böden nachhaltig an Feuchtigkeit verloren und es ist innerhalb der Monokulturen ein weiteres Ungleichgewicht entstanden. Den Bäumen fehlt das Wasser zum leben, umso mehr um sich zu wehren. Das austrocken führt dazu, dass Abwehrmechanismen, wie das Verharzen von Bisswunden durch Käfer in der Borke nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren. Dies bekommen die Käfer mit und sondern bei befallenen Bäumen anlockende Enzyme aus. Diese locken andere Borkenkäfer an, sodass innerhalb kürzester Zeit zehntausende Käfer einen Baum befallen und dieser keine Chance hat, dem Parasiten die Stirn zu bieten.

Die Rahmengebende Ursache dieser Katastrophe ist in diesem Fall der Mensch - die Entscheidung, die Forstwirtschaft nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit aufzubauen (hohe Baumdichte, eine Baumart, enger Wuchs) und für maximalen Ertrag zu optimieren. Ist nur eine Baumart vorhanden und es fällt ein Parasit dieser in die Kultur ein, ist meist schnell die ganze Kultur betroffen.

Die Einfachheit, nach einer gewissen Zeit schlichtweg die ganze Fläche roden zu können und danach das Holz in Qualitätsstufen ordnen zu können, hat hier der Wirtschaftlichkeit gedient. Nun ist die Wirtschaftlichkeit das Schwert im eigenen Rücken, die Monokulturen bieten den Perfekten Lebensraum für anderswo eindämmbare Probleme.

Mittlerweile liegt auf der Hand, dass Mischkulturen die Beste und nachhaltigste Form der Bewirtschaftung von Forstflächen bietet. Rein wirtschaftlich ist der Förster in der Lage, den besten Baum aus dem Bestand zu nehmen und hierfür einen vergleichbar höheren Preis zu verlangen, als würde er mittelmäßiges Holz aus einer Reinkultur nehmen. Abgesehen davon bietet eine Mischkultur nicht nur dem Förster gute Möglichkeiten, sondern auch den Bewohnern des Waldes - dem Wild - einen besseren Lebensraum als Monokulturen. So stehen in Mischwäldern Eichen neben Buchen, Erlen neben Kastanien und am Waldrand ein paar Birken. Die Birken werden vom Rehwild als Mahlbaum genutzt, Eicheln, Bucheckern und Kastanien bieten Schwarz-, Niederwild und Vögeln Nahrung. Diese essen mitunter Engerlinge, Käfer und Würmer, schaffen somit ein Gleichgewicht. Insbesondere Spechte können dem Borkenkäfer unangenehm stark auf die Pelle rücken.

Was bleibt ist die weitere Verwendung des geschlagenen Holzes, nutz man es einfach um daraus Einwegpalletten oder Klopapier herzustellen, wird man dem Rohstoff nicht gerecht, hier ist ein nachhaltiges Denken und ein Vollenden der Wertschöpfungskette von Nöten, um das Maximale aus dem Wertstoff selbst zu holen - nicht aus seinem Lebensraum.

Papier kann sehr gut aus recyceltem Karton oder Pappe hergestellt werden, auch das nicht nur einmal, dies muss nicht aus frisch geschlagenem Holz passieren. Es kann eine Holzlatte zum Beispiel mehrere Leben haben, so kann man sie zunächst ein Leben als Dachlatte haben lassen, bevor sie gehäckselt und zu Papier verarbeitet wird. Selbst wenn man es verkohlt, kann der im Holz gebundene Kohlenstoff (CO2, welches in der Photosynthese verstoffwechselt wird) mit der Asche in die Erde eingearbeitet werden und somit für Nährstoffreichere Böden (Terra Preta) und Kohlenstoffbindung sorgen.

Was Meint ihr zu dem Thema? Lasst es mich wissen! :)

 

LG

Frederick


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