Ernährung - das Beste für Körper und Umwelt. How to

Ernährt euch vegan und ausschließlich von biologischen, saisonalen, unverarbeiteten Lebensmitteln aus der Region, ohne Zufuhr von künstlichen Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern. Verzichtet auf Weizen, Zucker und Fett. Aber bitte esst drei vollwertige Mahlzeiten am Tag und führt eurem Körper ausreichend Energie zu und reduziert simultan den ökologischen Fußabdruck auf das Minimale.

So, oder zumindest so ähnlich, müssten wir uns wohl ernähren, wenn wir alle Empfehlungen, Vorgaben und moralischen Verpflichtungen erfüllen wollen. Doch seien wir ehrlich: für Menschen mit Berufsalltag oder Uni/Schule und ohne eine Angestellte Person, die sich um jede Mahlzeit kümmert, ist dies nicht möglich. Und wer hat schon eine solche Person? Aber nur weil wir uns nicht „perfekt“ ernähren können, heißt das noch lange nicht, dass wir nicht einzelne der oben genannten Aspekte berücksichtigen können. Doch warum können wir uns nicht einfach ernähren wir wollen und wenn wir etwas gegen die Umweltverschmutzung und den Klimawandel tun möchten, verzichten wir auf Autos und Flugzeuge? Das ist sicherlich eine Option, doch mit einer bewussten Ernährung, kann ebenfalls viel bewirkt werden. Zum einen kann der ökologische Fußabdruck eurer Mahlzeiten reduziert werden. Gleichzeitig tut ihr eurem Körper einen großen gefallen, wenn ihr euch ausgewogen mit frischen Lebensmitteln ernährt – d.h., ein vernünftiges Verhältnis aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten. Durch Gemüse nehmt ihr zusätzlich die notwendigen Mikronährstoffe und Vitamine auf. Achtet ihr zusätzlich auf ausreichend Ballaststoffe, bleibt ihr länger satt. Ein Verzicht auf übermäßigen (beachte: kein vollständiger Verzicht!) sorgt weiterhin dafür, dass ihr gleichmäßig Energie über den Tag verteilt habt. Als Beispiel: ersetzt Fruitloops am morgen durch Haferflocken, durch leckeren Honig kann eine Süße erreicht werden falls gewünscht, einige Menschen ergänzen Haferflocken um Zimt und Obst (wie z.B. Äpfel, Bananen oder Beeren) und gestalten sich so eine interessante Mahlzeit. Neben den positiven Auswirkungen auf euren Körper, könnt ihr mit der Verwendung von regionalen Zutaten auch die lokale Wirtschaft stärken. Eine gute und einfache Möglichkeit ist, einmal in der Woche auf dem Markt einzukaufen. Dort erhaltet ihr Produkte die automatisch frisch, saisonal und aus der Region sind. Manchmal sind die dortigen Lebensmittel sogar günstiger als im Supermarkt, da Zwischenhändler vermieden werden. Außerdem könnt ihr dort alles über die Lebensmittel erfahren, wenn euch z.B. die Anbaubedingungen o.ä. interessieren. Und für alle die sich über mangelnde Abwechslung beschweren oder ihre Ernährung abwechslungsreicher gestalten wollen: da die Lebensmittel auf dem Markt größtenteils saison-abhängig sind, gibt es immer neue Produkte zu entdecken. Websiten wie Eatsmarter , Lecker.de  und Sevencooks bieten die Option, Rezepte nach der Saison zu Filtern und spannende Gerichte zu entdecken.

Aktuell im März haben u.a. folgende Lebensmittel Saison: Pilze wie Champignon und Shiitake, Bärlauch, Zwiebeln, Möhren, Weiß- und Rotkohl, Chicoree, Rote Beete, Wirsing, Äpfel, Feldsalat. Es bieten sich also aktuell viele Salate an. Sei es ein Feldsalat mit Dressing als Beilage oder ein Rote Beete Salat bestehend aus Roter Beete, dünn geschnitten Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Essig und Öl. Ist super leicht gemacht, schmeckt hervorragend und liefert wichtige Nährstoffe wie B-Vitamine, Folsäure und Eisen und ist darüber hinaus entzündungshemmend und steigert die physische und kognitive Leistung. Also im Prinzip ein wahres „Superfood“. Rotkraut bietet sich ebenfalls super als Beilage an, vor allem zu Fleischgerichten wie z.B. Gulasch. Und für die Pasta-Freunde: aus Bärlauch lässt sich ein super leckeres Pesto herstellen – Bärlauch, geröstete Pinienkerne, Parmesan, Olivenöl und etwas Salz, mehr benötigt es nicht. Bärlauch könnt ihr auch ganz leicht selbst anbauen, wenn ihr einen Garten habt. Da Bärlauch sehr robust ist, bedarf es keiner speziellen Pflege – ihr müsst also nur Samen aussähen oder junge Pflanzen eingraben, den Winter über warten und könnt im Frühjahr ernten. Eine Anleitung findet ihr hier. Für Menschen die sich vegetarisch oder vegan Ernähren, sind Pilze oft eine Alternative zu Fleisch – der Februar und Frühling ist dafür ein Traum. Vor allem mit Champignons und Shiitake Pilzen lassen sich wunderbare Gerichte zaubern.

Ihr seht also, es lassen sich Verwendungsmöglichkeiten für alle Vorlieben finden – und dies kann in jedem Monat gemacht werden. Natürlich erfordert es, zumindest zu Beginn, etwas Aufwand und Zeit und lässt sich nicht mit jeder Mahlzeit machen, aber vielleicht findet ihr ja die Zeit ein paar Mahlzeiten in der Woche mit saisonalen Zutaten zu kochen. Und glücklicherweise haben wir heutzutage Lagermöglichkeiten, so dass wir nicht ausschließlich auf saisonale Lebensmittel angewiesen sind. Vor allem tiefgekühlte Produkte können oftmals darauf hindeuten, dass Lebensmittel saisonal angebaut wurden und dann tiefgefroren, um die Haltbarkeit zu verlängern. In der Regel könnt ihr der Packung den Ursprung des Produkts entnehmen welcher ein Hinweis darauf ist, ob das Obst/Gemüse aus der Region kommt und durch Einfrieren haltbar gemacht wurde, oder ob es aus fernen Ländern kommt und ausschließlich zwecks Transport eingefroren wurde.

Und damit nähern wir uns schon einer größeren Debatte: was ist denn nun besser? Biologische Lebensmittel oder regionale Lebensmittel (die u.U. kein „Bio-Siegel“) haben? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt stark von den unterschiedlichen Lebensmitteln ab. Für Fleisch spielt der Ursprung (im Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck) keine Rolle. Der Emissionsausstoß der Produktion ist so groß, dass der Transport keinen großen Einfluss mehr hat. Wenn ihr also gerne Fleisch konsumiert, ist es also durchaus besser das importierte, biologische Produkt zu verwenden als das lokale aus der Massentierhaltung. Geht es dagegen um Obst und Gemüse, sind, aus einer Umweltperspektive, lokale Produkte durchaus besser und haben einen geringeren ökologischen Fußabdruck. Gucken wir dagegen auf den Einfluss von Lebensmitteln auf unseren Körper, sind biologische Produkte natürlich generell vorzuziehen. An dieser Stelle muss also jeder für sich einen Kompromiss finden und wahrscheinlich ist ein gesunder Mittelweg die beste Option. Jedoch können wir bei regionalen Produkten eine weitere Unterscheidung treffen, nämlich zwischen großen Produktionsstätten (sei es Gemüseanbau oder Tierhaltung) und lokalen Bauernhöfen. In großen Produktionsstätten kommen häufig Pestizide o.ä. zum Einsatz. Bauernhöfe verzichten oft auf den Einsatz von Chemikalien. Da der Zertifizierungsprozess für Gütesiegel jedoch kostspielig und zeitaufwendig ist, haben die Produkte oft keine Siegel, obwohl sie sogar biologisch angebaut worden sind. Auch hier lohnen sich Gespräche mit lokalen Erzeugern auf dem Wochenmarkt, um mehr zu erfahren.

Fazit: nobody is perfect. Und es verlangt einen gewissen Aufwand sich mit saisonalen Lebensmitteln, ihren Verwendungszwecken und der Zubereitung auseinanderzusetzen. Diese Zeit haben wir nicht immer. Und manchmal haben wir einfach Lust auf einen Donut am Bahnhof und keinerlei Motivation uns über Ernährung, Ursprung der Produkte und Zubereitung Gedanken zu machen. Und das ist vollkommen in Ordnung. Aber wir können in kleinen Schritten anfangen – ein Einkauf auf dem Wochenmarkt, ab und zu auf importiere Produkte verzichten, mit „Mealprep“ uns am Wochenende Gerichte für die Woche vorzukochen, um eine gute Ernährung im Alltag zu gewährleisten… Und wir können unseren Mitmenschen und insbesondere unsere Kinder die Bedeutung einer guten, für den Menschen und Umwelt hilfreichen Ernährung näherbringen, indem wir sie in Prozesse wie anbauen, einkaufen und zubereiten einbeziehen und aktiv teilhaben lassen. 


In diesem Sinne: alle Gute und viel Spaß beim kochen

Euer Leon


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