Die Jagd

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Ich habe letztens einen Bericht vom Y-Kollektiv zum Thema Jagd gesehen. Da ich hier schon einmal etwas zum Thema Fleischkonsum geschrieben habe, dachte ich, nehme ich das Thema nochmal auf und gebe noch einmal meinen Senf dazu.

Die Jagd ist ein umstrittenes Thema, für den einen Naturschutz und Lebensmittelbeschaffung, in anderen Augen ist es der Spaß am Töten. Doch was ist daran?

Im Tierschutzgesetz steht bereits in §1 "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." Der einzige Grund, einem Tier Leid oder Schaden zuzufügen, ist dem Tier Qualen zu ersparen, oder die Nahrungsmittelbeschaffung. Demnach ist das Töten des Spaßes Willen verboten, auch sonst ist Tierquälerei bekanntlich verboten.

Es geht lange nicht darum, "einem Rehbock eine Kugel zwischen die Augen zu ballern", sondern vielmehr einem Tier zwecks der Lebensmittelgewinnung das Leben zu nehmen. Wo ist da der Unterschied, zu der Rinder-, Schweine- oder Geflügelzucht, die die Basis für die Mortadella und Salami in der Fleischtheke bietet?

Grundsätzlich, dass der Rehbock in seinem natürlichen Habitus bis zum letzten Moment frei gelebt hat, ein vermeintlich großartiges Leben hatte und mit einem gut gesetzten Schuss sofort tot ist. In der konventionellen Tierzucht kommt es nicht allzu selten vor, dass das Bolzenschussgerät das Schwein nicht sofort tötet, oder das Rind an den Elektroschocks nicht sofort verendet. Diese Tiere werden dann wohlbemerkt entsorgt, da das Fleisch ja durch den stress beim Verenden nicht mehr genießbar sei. So viel zum Respekt vor der Natur.

Auch ökologisch kann man hier argumentieren - für den Rehbock ist nie eine Wiese gemäht worden, kein Kolben Mais angebaut und es musste sich auch nie jemand mit schwerem Gerät um dessen Ausscheidungen kümmern. Für den Rehbock ist kein einziges Kilogramm CO2 durch den Menschen ausgestoßen worden, lediglich das Auto des Jägers ist zur Kanzel gefahren. Kann man sich auch einmal auf der Zunge zergehen lassen, wenn man über die Emissionen der Landwirtschaft spricht.

Die Jagd ist geprägt von einem enormen Respekt vor der Natur und deren Bewohnern, nicht umsonst muss man eine lange und durchaus umfangreiche Ausbildung durchlaufen, bevor man sich Jäger nennen darf. Zur Jagd gehört auch der Natur- und Tierschutz. So gehört es dazu, die Dynamiken der Wildbestände in seinem Revier zu beobachten und zu durchschauen. Möchte man beispielsweise den Singvögeln und Bodenbrütern etwas Gutes tun, so gehört es auch dazu sich um den Fuchsbestand in seinem Revier zu kümmern. Gibt es zu viele Füchse, müssen diese auch genährt werden. Dafür bedienen sich die Füchse primär den dort ansässigen Bodenbrütern. Gibt es zu viele Füchse, gibt es dort danach bald keine kleinen Vögelchen mehr. So gehört es dazu, auch dort einzugreifen - wenn es notwendig ist! - und auch den ein oder anderen Fuchs zu schießen.

Es geht lange keinem Jäger darum, ins Revier zu fahren und dem ersten Lebewesen was ihm vor die Büchse schnellt das Leben aus dem Leib zu pusten, sondern vielmehr der Liebe zur Natur nachzugehen. Rauszugehen, dahin wo wir herkommen. Das Töten gehört dazu.

Nun muss auch ich jedoch feststellen, dass es sicherlich den ein oder anderen Jäger gibt, dem es tatsächlich ums Töten geht (ich durfte noch keinen kennenlernen, Videos gibt es aber davon). Dazu will ich sagen, dass es in jeder demographischen Masse eine Verteilung gibt und dass in jeder Gruppe verschiedene Temperamente und Interessen vertreten sind. Zum Verdeutlichen würde ich hier mal auf die Rechten Gruppen innerhalb unserer Polizei verweisen. Nur weil bei der Polizei einige Nazis gearbeitet haben, sind lange nicht alle Polizisten Nazis. Genauso bei den Jägern, schwarze Schafe gibt es überall, den Satz wird jeder schon einmal gehört haben.

In der Gruppe der Jäger gibt es weitaus mehr Menschen, die der Natur einen enormen Respekt zollen und sich um die Erhaltung der Bestände, Schaffung von Lebensraum für bedrohte Arten, oder um die Rückkehr zu einem Natürlichen Gleichgewicht bemühen, als solche, die ins Revier fahren um ein paar Bambis wegzupusten.

Für mich ist es ganz klar, wenn ich Fleisch esse, dann möchte ich möchte lieber ein Stück Wild vom Jäger im Bezirk, statt der Bärchen-Leberwurst in Plastikpelle aus dem REWE. Die Debatte ist hitzig und von harten Fronten geprägt, wie steht ihr zum Thema Jagd?

Den Bericht könnt ihr übrigens hier in der ARD-Mediathek anschauen!

 

Liebe Grüße und bis bald,

euer Frederick


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